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In den letzten fast 10 Jahren unseres Handels mit gebrauchten Militaria für Jäger, Angler, Reiter usw. sind uns natürlich auch viele interessante Einzelstücke z.B. an Taschen und dergleichen untergekommen. Bevor wir diese wieder veräußert haben wurden einige Stücke von uns fotografiert, um sie so auch einem breitem interessierten Sammlerpublikum zugänglich zu machen. Wir danken bei der Erstellung dieser Seite allen Sammlerfreunden und Kunden für die ergänzenden freundlichen Leihgaben zum Fotografieren, insbesondere möchten wir hier unseren Kunden und Sammlerfreund Mario Ludwig für die gute Zuarbeit erwähnen und besonders danken. Viel Spaß!

Dieses Foto eines Hundeführers
der NVA Grenztruppen von 1965
haben wir bewusst in großer
Auflösung eingestellt.
Drei schöne Belege liefert dieses Foto:
1. Die Trageweise des Ledertragegestell
zum Dederon Gurtkoppel.
2. Die Trageweise der 3er AK Magazintasche auf dem Rücken.
3. Die Verwendung  des Bajonett AK47
in der ersten Form noch Mitte
der 60ziger Jahre bei der Truppe.

Die Magazintaschen der bewaffneten Formationen der DDR sind schon ein Sammelgebiet für sich allein. Von den mehrfachen eindeutigen Formveränderungen einmal abgesehen, sind die Farbvarianten schier unerschöpflich. An kaum einer B/A Komponente wurde soviel "herumgebastelt" wie an den Magazintaschen für die AK.

Auf den beiden oberen Fotos sind die beiden grundlegenden ersten Formen der 2er und 3er AK Magazintaschen in Flächentarn abgebildet. Diese Taschen gibt es in zahlreichen Farbvarianten. Beide Taschen stellten den vollen Gefechtssatz im Ernstfall dar (150 Schuß in 5 Magazinen + Waffenmagazin mit 30 Schuß ). Sie wurden links und rechts lt. DVO vorn am Koppel getragen und an den oben ersichtlichen Ösen mit dem Tragegestell befestigt. Auf Wache im Objekt oder auch im Grenzdienst wurde überwiegend aber nur eine der Taschen verwendet mit einem Reservemagazin.

Auf den Fotos oben und unten sieht man eine der seltenen Nachfolgemodelle um 1965/66 nun in Strichtarn. Anfangs folgte man noch dem Schnitt und der Form des Flächentarnmodells. Der von der Truppe als größter Mangel an diesen Taschen reklamierte Fehler war das fummelige Verschlußsystem. Entweder man bekam es schwer auf und zu bei neuen Taschen und bei gedienten Stücken hielt es die Tasche nicht mehr zu, weil das Knopfloch ausgeleiert war. Es gibt von diesen 2er Taschen (sowohl in Strich- als auch in Flächentarn)  Ausführungen mit linker und rechter Krümmung. Hier waren die Formen und die Trageweise der Magazintaschen für die MP40 & das StG44 aus Zeiten der Wehrmacht noch Vorbild. Dies ist sicher der Hintergrund für die spätere Entwicklung bei den Magazintaschen. Warum 2 Magazintaschen fertigen für jeden Soldaten, wenn man alles in Eine bekommt!

Es folgten nun folgerichtig die 4er Magazintaschen ab ca. Ende 1966. Wie schon beim Vorgängermodell gab die krumme Form des Metallmagazins der AK47 die Form für die Tasche vor. Jeder Soldat hatte nun nur noch eine Tasche am Koppel und es passten als Kampfsatz 4 Magazine a 30 Schuß hinein. Mit dem Magazin in der Waffe kam er nun auf einen Gefechtssatz von 150 Schuß im Ernstfall. Von Farbabweichungen und den unterschiedlichsten Gurtmaterialien einmal abgesehen, gab es bei den Taschen in der krummen Form nur noch zwei markante Veränderungen. Anfangs traute man scheinbar den Nähten der neuen Tasche nicht zu, den Druck der vier vollen Magazine standzuhalten. Daher wurden die Nähte zusätzlich genietet (Ganz links im Foto). Mitte der 70ziger verschwand als weitere Einsparung die Öse für das Tragegestell, da es in der Truppe keine größeren Verbände mehr mit dem alten Tragegestell zum Einhaken gab. ( Die verschiedenen TG Modelle werden in einer anderen Rubrik hier behandelt!)

Mit Einführung der AK74 bei der NVA und der beginnenden Verwendung von Plastikmagazinen ( Diese waren nicht mehr ganz so krumm wie das Metallmagazin und es fehlte der untere Verschlussdeckel) für diese Waffe, kamen Ende der 70ziger Jahre die oben abgebildeten geraden Stücke in die Truppe. Ganz links oben eine Tasche gerader Form für Magazine der AK LMG Versionen zum Größenvergleich. In der Mitte Tasche gerade mit Seitentasche für das Waffenreinigungsset RG57. Daneben die Version in UTV, ebenfalls mit Seitentasche.

Die auf dem Foto ganz links abgebildete Tasche weist drei verschiedene Farbvarianten des Strichtarnmaterials auf. Ganz rechts die UTV Version , nun ohne Seitentasche.

Über die Verwendung der olivgrünen Tasche in der Mitte können wir nur spekulieren. Sehr wahrscheinlich ist es eine für den "Export" bestimmte Form der an Devisen immer sehr interessierten DDR Rüstungsindustrie. Diese sehr dunkle grüne Färbung wäre passend für Afrika oder Südamerika. Waffen und Munition hat die DDR ja nachweislich exportiert, warum nicht auch noch ein paar Dollars mit der dazu passenden Ausrüstung verdienen.

Auf den Fotos unten die Tasche im Detail mit den drei verwendeten, deutlich im Farbdruck abweichenden, Strichtarnstoffen.

Auf den Fotos oben und unten sieht man nun drei Formen von Magazintaschen für das AK-LMG. Links gerade als letzte Form. In der Mitte die Version der späten 60ziger bis Ende der 70ziger Jahre. Ganz rechts die erste Form ab ca. 1965/66. Auch hier wieder die Nahtverstärkung durch Nieten, wie bei der kleineren Version. LMG Magazintaschen in Flächentarn sind uns bis dato noch nicht bekannt.

Der Unteroffizier der Grenztruppen rechts trägt zwei Magazintaschen am Koppel. Rechts die normale Form für die Magazine seiner AK. Links am Koppel eine Magazintasche eigentlich für das AK LMG. In dieser stecken aber keine Magazine, sondern die Signalhandleuchtzeichen zur Gefechtsfeldbeleuchtung bzw. Signalgebung bei Grenzdurchbruch. ( 2x weiß, 2x 3 Stern rot & 2x 3Stern grün). Man erkennt die Raketen an der ein wenig herausschauenden weißen Abzugskappe an der Tasche. Praktikabel war diese Trageform nicht. Sollte der Posten rennen müssen, schlugen ihn beide gefüllten Taschen und das Bajonett gegen die Oberschenkel. Nachweislich in den 80ziger Jahren kamen Taschen mit Tragegurt zum Umhängen zum Einsatz. So konnte nun die ganze Tasche "abgeworfen" werden im Bedarfsfall bzw. die Tasche samt Inhalt verblieb bei Dienstfrei komplett in der Waffenkammer.
Wie bereits oben ausgeführt, kamen in den 80ziger Jahren Taschen zum Umhängen für die Handsignalleuchtmittel in die Grenzkompanien (Auf alle Fälle in das Grenzkommando Nord). Man besann sich eigentlich nur einer alten Trageversion der MdI Grenztruppen wieder (siehe weiter unten). Die ersten Taschen wurden auf der Basis der geraden AK-LMG Taschen, vermutlich durch die Schneiderei des GT B/A Lagers des GK Nord in Tangermünde, gefertigt. Auf der Rückseite sieht man noch im Strichtarnmaterial die kleinen Löcher der abgetrennten Schlaufen. Das Gurtmaterial entspricht in der Breite und Stärke der des Trageriemens für die MPI AK. Am Boden der Tasche wurde schwarzer Schaumgummi eingesetzt, damit die Alukappen der Leuchtraketen nicht beschädigt wurden. Die Tasche wurde in der Regel vom Postenführer getragen, es sei denn, man war in "höherer" Begleitung, dann schleppte der Posten die auch noch. Eine Verwendung dieser Taschen allgemein bei der NVA ist nicht bekannt.
Hier ein Blick auf die Verschlusskappen der Signalraketen. Sie waren durch erhabene Piktogramme auch in der Dunkelheit durch Tasten zu unterscheiden. In einer Tasche waren je 2 Raketen in 3Stern grün (BRD-DDR), 3Stern rot (DDR-BRD) und 2x Gefechtsfeldbeleuchtung weiß (Symbol Schirm).
Hier nun das Taschenmodell , welches noch von den MDI Grenztruppen um 1960 eingeführt wurde. Die DDR Industrie war inzwischen in der Lage Einwegsignalraketen zu produzieren. Sie waren aber deutlich dicker im Umfang als die hier abgebildeten.Die bis dato üblichen Leuchtpistolen verschwanden allmählich aus der Truppe.  Ca. Mitte der 60ziger Jahre wurden die Taschen von der NVA aber wieder ausgemustert. Zum einen als nicht optisch passend zum neuen Strichtarnanzug und auch die neuen Handraketen waren nun auch kleiner im Umfang. Es folgte die Trageweise der Raketen in (den krummen) Taschen des AK LMG am Koppel- siehe Foto und Erläuterungen weiter oben.  
Hier die Stempelung der Tasche = MdI 1960.


Auch diese Tasche kennen in der Regel nur ehemalige Grenzsoldaten. Sie war für den Grenzdienst "äußerst wichtig"! Im Gegensatz zum Wachdienst bei der NVA durften die Grenzer während der Schicht essen und trinken. Dies war zum Wachbleiben und Durchhalten bei Kälte auch wichtig. Anfänglich wurden diese eigentlich klassischen Teil1 Taschen vom Posten eingehakt im Tragegestell auf dem Rücken getragen. Da die Tasche beim Versuch einen "Grenzverletzer" zu Fuß einzuholen aber nur unnötiger Ballast war , konnte sie nun einfach "abgeworfen" werden! 
Im Gegensatz zur NVA war die allgemeine Verpflegung bei den Einheiten der Grenztruppen direkt "am Kanten" deutlich besser. Gerade zu Feiertagen waren Sonderrationen üblich. Auch die bis in kleinste Objekte vertretenen Geschäfte der MHO waren immer gut bestückt. Auch die sonst DDR üblichen Engpässe bei Kaffee und Zigaretten gab es kaum. Eine gute Stimmung in der Truppe musste sein , da achtete die Verwaltung 2000 schon darauf!
Die Verpflegung für den Grenzdienst konnten sich die Posten aus dem "Angebot" der Küche selbst zusammenstellen. Die Küche in jeder Grenzkompanie war rund um die Uhr besetzt. Entweder man nahm Suppe mit raus oder schmierte sich klassisch Brote. Schokolade und Obst gab es auch immer reichlich in riesen Schüsseln zur Selbstbedienung. Wenn man als Postenpaar wusste, dass man einen Turm bezieht, wurden entweder Eier & Speck, Bratwürste oder Bockwurst eingepackt , da man auf den plattgeschlagenen Bahnheizkörpern der Turmheizung wunderbar kochen oder braten konnte. Eine DDR typische große Alu Brotbüchse war dazu bestens geeignet. So war das "Essen" die Abwechslung im Dienst und wurde zum Zeitvertreib auch zelebriert ("Schatz, das Essen ist fertig"!). Im Bild 2 Behälter für Suppe etc. Diese wurden zum Erwärmen ebenfalls auf die besagten Heizkörper gestellt bzw. mit Esbitkochern verwendet.


Auf den Fotos oben und links
sind Taschen in Strichtarn
für die UFT Funkgeräteserie,
wie sie u.a.
bei den Grenztruppen
Verwendung fanden,
dargestellt.
Das etwas kürzere Modell
ist aus einem recht festen,
gewachsten Material.
Die längere Version mit
der kleinen Tasche vorn
(für das Akkuladegerät) 
ist aus einem weichen
Material, ähnlich Uniformstoff,
gearbeitet.
Der zivil wirkende
breite schwarze Knebelknopf
oben lässt auf eine
Kleinserie aus
einer
Divisionsschneiderei
schließen.


Diese Tasche mit den Schaumstoffeinlagen in Magazinform fand Verwendung vorwiegend bei Formationen der Grenztruppen die nicht in FDA zum Dienst aufzogen, sondern an markanten Grenzabschnitten (z.B. Brandenburger Tor, GÜST etc.) in K2 Dienstuniformen bzw. aus Gabardine gefertigten Stücken Dienst versahen. Hintergrund war das Vermeiden von Scheuerstellen an diesen Tuchuniformen durch die Druckreibung der mit Magazinen gefüllten Tasche am Koppel bei Dienst mit MPI.

Grenzsoldaten mit MPI AK und Strichtarn Magazintasche vor dem Brandenburger Tor. Vorn der Postenführer (Gefreiter), erkennbar an den breiten grünen Streifen auf den Schulterstücken. Interessant auch die Trageform mit Stiefelhose und braunem Offizierskoppel ohne Schnallenunterlage, wie eigentlich nur zur Offiziersbluse für Offiziere üblich. Die Aufnahme muss zwischen 1974 ( grüner Ärmelstreifen mit der Aufschrift "Grenztruppen der DDR" ) und 1978 ( Uniform hat noch den schwarzen hochgeschlossenen Kragen) entstanden sein. 


Diese hier abgebildeten Magazintaschen in der Vierfächerform in Flächentarn fanden nach heutigem Stand der Erkenntnisse keine Verwendung bei der NVA. Wir danken dem Sammler, Hr. Lehmann, für die freundliche Leihgabe zur Begutachtung und der Fotoerlaubnis!

Aus den Angaben des Besitzers und der Kenntnis der Gegebenheiten in der DDR, ergibt sich für uns folgende Theorie zu den Taschen: Hr. Lehmann erwarb die Taschen Anfang der 90ziger Jahre zusammen mit weiteren fast neuen BA Teilen ( Planen, Rucksäcke, TSM Taschen etc.) als großes Konvolut auf einem Flohmarkt in Dresden. Der Verkäufer gab an, dass Zeug stamme alles von der Volkspolizei. Diese Quelle würde Sinn ergeben, da die Volkspolizei (MdI) nicht nur ihre eigenen Formationen ausrüstete, sondern auch für die Ausrüstung und Bewaffnung der DDR Kampfgruppen verantwortlich war. Nach unserem heutigem Stand der Erkenntnis wurde für die Kampfgruppen nur die olivfarbenen Uniformen mit passendem Stahlhelmbezug produziert. Weitere BA in diesem KG-Tarnfarbton , wie Magazin-und TSM Taschen usw. gab es nicht. Wie zahlreiche Fotos belegen, wurden bei den KG diverse bekannte Taschenmodelle in Flächen-& Strichtarn benutzt, überwiegend sieht man die 4er Magazintaschen und diverse TSM Taschenversionen.

Die Verwendung von Strichtarnmaterial für die Innenfächer ist auch gängig bei den TSM Taschen in Flächentarn Ende der 60ziger Jahre und somit auch authentisch. (Siehe in dieser Rubrik weiter unten!)

Um in der DDR etwas zu bewegen, waren drei Dinge nötig: Ein Parteiauftrag, Finanzmittel und ein Materialkontigent bei einem VEB Betrieb! Wenn also die regionale Parteiführung die Genossen bei der BDVP beauftragt hatte, eine neu aufgestellte Kampfgruppenhundertschaft kurzfristig außerplanmäßig mit der notwendigen BA auszustatten, war Improvisation gefragt. Da man in der DDR sehr pragmatisch handelte, war es z.B. auch noch in den 80ziger Jahren egal ob die benötigten 100 Magazintaschen für die Truppe in Strichtarn oder Flächentarn waren. Im ehemaligen Bezirk Dresden gab es mindestens drei Betriebe ( in Seifhennersdorf, Bretnig und Dresden) die nachweislich zeitweise diverse Flächentarn BA für die NVA und das MdI herstellten. Man hatte also regional  die Möglichkeit über das Knowhow und sicher auch noch über lagernde Materialbestände zu verfügen. Wir vermuten, dass dies in Bezug auf die abgebildeten seltenen Taschen genau so gelaufen sein könnte. Entweder sind es Muster oder sie wurden zumindest nur in Kleinserie in einem sächsischen Betrieb gefertigt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit unserer Meinung nach zur Ausrüstung kleiner Betriebskampfgruppen in der Region. Also in Bezug auf diese Taschen gibt es noch Forschungsbedarf! Wir würden uns über sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung freuen!


Magazintaschen für
Trommelmagazine
des lMG Degtjarjow RPD
(Kaliber 7,62mm)
Links in Flächentarn
(ca. 1962-65)
und rechts 2 Formen
in Strichtarn (1966-68).
In die Taschen passen auch die Trommelmagazine des AK LMG sowie alternativ auch 4 Magazine (Trommelversion) der PPSH41 Schpagin.
Hier die Rückseiten der Taschen.
Die Laschen/Einhänger unten belegen, dass sogar vermutlich eine "Tandemnutzung" von
zwei Taschen im Gefecht angedacht war bzw. die Befestigung der Taschen mittels Koppelschlaufen am Gurtkoppel.
Die Strichtarn Trommeltaschen wurden in verschiedenen Produktionslosen gefertigt, die an der Breite der Verschlusslaschen und der Ösenform erkennbar sind.
An den Strichtarn Taschen finden sich teilweise sehr gut erhaltene Stempelungen an den Umschlagklappen innen. Uns liegen bisher nur Stücke mit Stempelungen von 1966 bis 1968 vor.
Von der DDR Rüstungsindustrie
wurden die Taschen immer im
Doppelpack ausgeliefert.
Hier zwei Taschen in OVP
mit Packzettel von 1968.


Hier nun Transporttaschen für Gefechtsköpfe der sowjet. Panzerabwehrwaffe RPG 2 & 7. Oben und unten die ungefütterte Version in Strichtarn 1.  Produktion vermutlich um 1966-1967.

Auf den Fotos oben und unten die nun gepolsterte Version der Taschen. Es liegen uns allein 5 verschiedene Versionen mit z.b. unterschiedlicher Beriemung und veränderten Ösen, Karabinern etc. vor. Vermutlich wurden die Taschen in Produktionslosen und nicht kontinuierlich gefertigt und man verwendete temporär Material, welches gerade zur Verfügung stand.

Hier nun Version der späten 80ziger Jahre aus gummierten Leinengewebe, im Soldatenjargon als FRO-VO-LE bezeichnet. Diese Tasche sieht man auch auf Fotos von den Kampfgruppen.


Hier 3 Formen von Taschen
für die Zieloptik zum RPG 7.
Die Tasche wurde
vom Panzerbüchsenschützen
am Koppel getragen.
Hier nun weitere Modelle der RPG Optiktaschen.
Die beiden linken Modelle sind im typischen
FRO-VO-LE Material der 80ziger Jahre,
wie es auch Verwendung bei anderen
Taschenmodellen fand. Diese gummierten
Taschen waren auch bei den
DDR Kampfgruppen im Einsatz.
Die mit braunem Leder und Leinen
gearbeitete Form rechts 
halten wir für ein "Exportmodell".


Bei der Verwendung dieser Tasche "tappen wir noch im Dunkeln". Die angedachte Nutzung ist uns noch nicht klar. Sie war jedenfalls durch die Koppelschlaufen erkennbar als direktes Ausrüstungsteil konzipiert. Eine Verwendung im Pionierbereich halten wir für am wahrscheinlichsten.


Diese Tasche tauchte in einem Nachlass eines Offiziers der Volksmarine auf. Er war noch 1989 Leutnant geworden und verließ 1990 die Truppe. Anfangs hielten wir das Teil für eine private Fertigung, inzwischen wissen wir aber, dass diese Taschen in kleiner Serie für die Hörer der OHS der Volksmarine in Stralsund gefertigt wurden. Den Leiter der Einrichtung störte es wohl irgendwann, dass die Offiziersschüler zum Unterricht mit allerlei privaten Formen von Taschen und Beuteln für die Schulungsunterlagen daher kamen. So entstand für alle wohl einheitlich in einer Schneiderei der Volksmarine diese Tasche. Sie hat ein Innenfach für mehre Hefter in A4 und kleinere Fächer für Schreibutensilien.



Kehlkopfmikrofon mit Ohrhörer für UKW Funkgeräte (UFT-Serie).  Diese Teile sieht man häufig auf Aufnahmen von Kradmeldern bzw. Alarmposten der Grenztruppen aus den 70ziger Jahren. Die Teile konnten unter dem Stahlhelm/Motorradhelm getragen werden und über den Kippschalter zum Sprechen über das Kehlkopfmikrofon benutzt werden. Da man für die Befestigung Strichtarnmaterial verwendet hat, wollten wir es in dieser Rubrik gern darstellen.


Die Verwendung dieser Tasche ist uns bisher unbekannt. Sie hat etwa die Größe einer TSM Tasche. Sie besitzt ein rechteckiges schmales Hauptfach ca.2cm breit und ein eigenwillig geformtes vorderes Fach in etwa gleicher Breite. Hier wären wir für "Hinweise aus der Bevölkerung" dankbar!


Diese in UTV Stil gefertigte Tasche war für Scharfschützen vorgesehen. In der Tasche konnte die Zieloptik des Gewehrs Dragunov aus sowjetischer Produktion verstaut werden!


Diese Kopfhaube gibt uns bisher nur Rätsel auf und wir können nur Vermutungen anstellen. Sie passt unter keinen NVA Stahlhelm ( M56 bzw. poln. Fallschirmjägerhelm) und auch nicht darüber. Die Ausweitung nach vorn deutet auf Verwendung mit der TSM hin (nur alte Schlauchversion, mit der M10M kriegt man keine Luft durch die Backenfilter).

Wir halten aber trotzdem die Verwendung bei den chem. Diensten der NVA als die wahrscheinlichste Version. Die Nutzung als Wetter/Wärmeschutz im Wintereinsatz über der TSM würde Sinn machen. Aber im Gefechtseinsatz ohne Stahlhelm ?  Für die Aufklärung unserer Fragen wären wir für Hinweise unserer NVA gedienten Homepage Besucher auch hier sehr dankbar!


Transporttasche für Ari-Rechenscheibe


KFZ Werkzeugwickel aus Strichtarnstoff


Abdeckhaube /Schutzhaube für NVA ARI-Raumbildentfernungsmeßgerät OEM-2 von Carl Zeiss Jena. Montiert auf Dreibeingestell bzw. auf SPW PB60.


NVA Wäschesäcke
Obwohl die NVA Wäschesäcke nicht zur direkten Ausrüstung eines jeden einzelnen Soldaten gehörten, so hat doch fast jeder die Teile schon einmal in seiner Dienstzeit gesehen. In den meisten Einheiten war 2x in der Woche der "Wäschetausch". Die Soldaten und UAZ konnten ihre schmutzige Leibwäsche in der B/A Kammer gegen gewaschene Stücke 1:1 tauschen. Nur die Socken und Kragenbinden musste jeder selbst waschen. Die besagten Säcke wurden zum Transport der Sachen zur Wäscherei verwendet.
Das verwendete Material der Wäsche-säcke entsprach in der Regel dem Stoff der aktuell gefertigten Uniformen. Es gibt Wäschesäcke in etlichen Tarnstoff-
varianten. Von einfarbig dunkeloliv, erdfarben braun, Amöbentarn, Flächentarn in allen Nuancen bis zu den beiden Strichtarn-varianten ist alles belegbar.
Auf dem Foto oben links ein seltener Wäschesack in Amöbentarn. Auf dem Foto hier links- die Stempelung von 1960 mit der Herstellernummer 1933 auf dem Flächentarnstück. Diese Herstellernummer konnten wir leider bisher noch keinem bekannten Betrieb zuordnen.  
Auf dem linken Foto diverse Stempelungen auf Wäschesäcken in Strichtarn von 1967-68.



Für die NVA wurden verschiedene Taschen in Tarnstoff zur Aufbewahrung und den Transport von diversen Utensilien gefertigt. Oft hätten es auch einfache braune oder olivfarbene Stoffe getan, da die Dinge für die sie gefertigt wurden zumeist keine echte militärische Bedeutung hatten. Hier nun einige Beispiele.

Bei der oben links abgebildeten großen Tasche handelt es sich um eine sogenannte Kabeltasche. In ihr wurden die Verlängerungskabel, Verteilerdosen und Leuchtkörper für das NVA 8-Mann Zelt aufbewahrt und transportiert. (Daneben zum Größenvergleich eine Teil2 Tasche der 2. Bauform). Auf dem Foto links eine als Stiefeltasche bezeichnetes anderes Taschenexemplar .
Auf den Fotos hier oberhalb die Kabeltasche mit den seitlichen Tragegriffen und der Innenfacheinteilung für die besagten Zeltzubehörteile. Auf dem Foto links das größengleiche Folgemodell dieser Tasche in Strichtarn. Auf den Strichtarntaschen finden sich oft Nummern. Entweder 1 oder 2, dadurch war der Inhalt zuerkennen. Zu jedem 8-Mann Zelt (spitze Kuppel) gehörten in der Regel zwei Taschen. Bei den später in die Truppe gekommenen größeren Zeltversionen tauchten diese Taschen unseres Wissens im Auslieferungszustand nicht mehr mit auf.
Auf dem Bild oben nun wieder im Größenvergleich die Folgemodelle in Strichtarn. Auf dem linken Foto die Innenfacheinteilung der Strichtarn Kabeltasche. Die Taschen gibt es mit verschiedenen Innenstoffen. Wir kennen neben dem Blauton auch Versionen in knallrot, orange und oliv. Der blaue Stoff unseres Exemplar hier ist identisch dem Stoff von DDR Faltbooten, nur ohne Imprägnierung. Da die Zelte und die Taschen bei Pouch in der Nähe von Bitterfeld bzw. in Taucha gefertigt wurden, liegt die Verwendung von vorhandenen Stoffen wie man sie für Zelte usw. verwendete nahe. Auf dem Foto unten die Stiefeltaschen. Es gibt von der Flächentarnvariante auch eine Form mit mittig angebrachten Folienfenster- siehe bei Micha Kraus im Band Zubehör! Vermutlich ist unsere abgebildete Tasche älter, da bei der Strichtarnversion auch das Fenster nun mittig ist.
In der Truppe war es nicht unüblich vorhandene Dinge zu "modifizieren"! So wurde die eigentliche Stiefeltasche z.B. bei den Grenztruppen zum Transport von Containern mit Handsignalleuchtraketen benutzt. Bei "größeren Lagen an der Staatsgrenze" führte das im Abschnitt eingesetzte Führungsfahrzeug einen Nachfüllsatz der Raketen mit und es konnten so die Posten mit den Teilen bei Bedarf nachbestückt werden. Die Tasche war leichter im Gewicht und ließ sich besser verstauen, als die sonst für die Container üblichen Holzkisten.


Auf Fotos in unseren anderen Rubriken bereits mehrmals zu sehen, hier die Tasche für die Truppenschutzmaske (TSM) in der Produktionsserie ab ca.1965/66. Interessanterweise wurde diese Tasche nach unseren bisherigen Erkenntnisse nie vollständig in Strichtarnmaterial gefertigt. Es folgte sofort die gummierte Version aus FRO-VO-LE (siehe Rubrik Tarnuniformen). Auf dem unteren Foto sieht man das Merkmal für nach 1965/66 produzierte Taschen- die Verwendung von Strichtarnmaterial für die Innenfachteilung.


Ende der 50ziger Jahre entwickelte man für die NVA und die Truppen des MdI ein neues Sturmgepäck im Flächentarnmuster passend zur parallel eingeführten neuen Tarnbekleidung. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Verwendung von Rucksäcken, Brotbeuteln usw. im Stile der Wehrmacht bzw. der Sowjetarmee in der Truppe als Gefechtsausstattung üblich. (Siehe Rucksack in der Rubrik Drillichuniformen.) Das neue Flächentarn Sturmgepäck war zweiteilig angedacht. Es bestand aus einem Tornister, der grundsätzliche dem Wehrmachtstornister ("Affen") in der Funktionsweise ähnelt, aber größen-& materialmäßig absolut Neuland war. Zur vollen Ausstattung gehört noch die als Teil2 bezeichnete Tasche links im Bild.
Zur Verwendung, insbesondere der Bestückung des Sturmgepäcks mit Plane und Decke, existieren aus dieser Einführungszeit Anfang der 60ziger unterschiedliche Fotos & Zeichnungen in diversen Dienstvorschriften und Publikationen. Es wurde viel an dem Teil, insbesondere der Trageweise, improvisiert & experimentiert. Aus heutiger Sicht war dieses Sturmgepäck in der ersten Entwicklungsform auch alles andere als ein Geniestreich. Links im Bild haben wir einmal in einem "Schnittmodell" die Verwendung beider Taschen mit aufgelegter Plane & Decke erstellt. Die Plane wurde auf ca.97cm Breite zusammengelegt ( mittig wurde darin noch das Zeltbesteck eingelegt) und in  U-Form bündig mit dem Boden des Tornisters abschließend mittels Mantelriemen befestigt. Die Decke wurde auf ca. 112-115cm Breite gebracht und kam auf das Teil2 analog.
Auf dem Foto links sieht man den Deckel des Tornisters über das Teil2 gelegt und an den unteren Verschlüssen der Teil2 Tasche befestigt. Die Teil2 Tasche konnte also nie im Notfall solo am Tragegestell  befestigt werden und allein genutzt werden. Sie hatte keine eigenen Karabiner zur Befestigung. Unter extremen Gefechtsbedingungen ( z.B. Verlust des abgelegten Teil1 ) durchaus ein Manko. Man hätte das z.B. im SPW oder auf dem LKW mitgeführte Teil2 nicht hilfsweise nutzen können. Sicher auch einer der Beweggründe dafür, warum man sich ab ca.1964 in eine andere Richtung beim Sturmgepäck weiter entwickelte.

Kommen wir nun zum größten Schwachpunkt des Flächentarn Sturmgepäcks. Auf den Fotos unten sieht man die eigentlich sinnvollste Befestigung des Tornisters an einem Tragegestell mit Karabiner. Die Realität in der Truppe sah aber leider zur Zeit der Einführung anders aus. Die Masse der NVA & MdI Verbände benutzte noch das schwarze Ledertragegestell sowie das Tragegestell in Dederon in der 1. Bauform. ( Siehe auch Tragegestelle in der Rubrik Drillichuniformen.) Besagte beide TG hatten keinen Karabiner zur Befestigung des Tragegestell, sondern einen analog großen Ring wie der Tornister. Wie also beide Teile miteinander verbinden? Hier wurde wild improvisiert mit gekürzten Mantelriemen und diversen Karabinern aus dem "Baumarkt". Eine echte Fehlplanung a la DDR Planwirtschaft. Das unten abgebildeten Tragegestell mit Karabiner scheint es auch schon damals nur in verhältnismäßig geringer Stückzahl gegeben zu haben, nur so ist die auch heutige Seltenheit zu erklären. Die TG in Leder und in der 1.Dederonbauart mit besagten Ringen, bekommt man heute eher, als das hier unten abgebildete.


In der von der GST herausgegebenen Monatszeitschrift "Visir" erschienen in diversen Ausgaben Mitte der 80ziger Jahre mehrere Beiträge des DDR Militärhistorikers Dr. Keubke aus Anlass des bevorstehenden 30. Jahrestages der Gründung der NVA. In den einzelnen Beiträgen geht es u.a. um die Entwicklung des DDR Stahlhelmes, des NVA Ehrendolches und in mehreren Ausgaben um die Uniformentwicklungen. Ein Beitrag, insbesondere die hier wiedergegebene Zeichnung (Foto?) , sorgt seit Jahren unter Sammlern für Spekulationen. Gibt es sie wirklich oder war es nur ein Plan- die bisher im Original noch nicht aufgetauchte Teil-Tasche mit langem Klappdeckel des Unteroffiziers in der Mitte! Die tatsächlich eingeführte Teil2 Tasche zum Tornister (siehe unten) hatte bekanntermaßen 4 Verschlüsse auf der Frontseite und keine Karabiner auf der Rückseite. Eine Frage wäre nun schon, wie wurde die hier abgebildete Tasche am Tornister befestigt? Die ab ca. 1964/65 erst eingeführte größere Teil2 Tasche ( siehe in dieser Rubrik weiter unten) in Flächentarn kann es auch unmöglich sein, der Deckel ist nicht so lang und sie hat oben die Grifflasche. Also bleibt nur bisher weiter spekulieren!

Die beiden unteren Zeichnungen aus dem Buch " Militärische Uniformen in der DDR" von Keubke/Kunz ( Ausgabe 2009, S.107) sind auch etwas mit Vorsicht bei der eigenen Zusammenstellung einer zeitgenössischen Tarnuniform zu benutzen. Wir vermuten, dass die Zeichnungen erst später in den 70/80ziger Jahren kreiert wurde. Den hier stimmt etwas nicht mit dem Tragegestell zur Uniform. Die Uniform ( Kapuzenserie, Dienstgradstreifen über der Armtasche) muß von vor 1965 sein. Das Tragegestell ( oben am Schulterteil Doppelringe) ist eindeutig späteren Datums. Wenn der dargestellte Soldat links und der Leutnant rechts, so wie es aussieht keine Koppelschlaufen mehr benutzen, dann geht das auch nicht mehr mit der Befestigung der Trinkflasche am TG.


Auf dem Foto oben nun drei Versionen des schon erwähnten Tornisters. Ganz rechts im Bild oben die älteste Form mit Schnürbändern. Mittig die 2. Form mit Gurtband und ganz links die 3. Bauform mit Verschlüssen in Tarnton. Auf dem Foto unten zwei Formen aufgeschlagen. In den Tornister (Teil1) kamen z. b. die persönlichen Dinge des Trägers wie Wasch- & Rasierzeug, Handtuch, Schuhputzmittel, Unterwäsche, Socken und die E-Ration usw. Nach der Ausmusterung des Sturmgepäcks der 1. Bauform (Tornister+Teil2) in der Truppe Ende der 60ziger Jahre , wurden diese aber nicht vernichtet. Im Zuge der Auflösung der NVA B/A Mobilmachungsreserven (z.B. Komplexlager Torgau & Hangelsberg) in den Jahren 1990/91 tauchten die Taschen in guten Stückzahlen wieder auf und gelangten so auf den Militariamarkt.

Auf dem Foto links eine wichtige Veränderung von den Taschen der zweiten zur dritten Bauform- die Verstärkung des Ringes. Bei Taschen ohne Verstärkung kam es oft zum Ausreißen des Ringes bei voller Montur (mit Teil2 & SPA am Tornister unten befestigt), wenn man irgendwo hängenblieb. Der Anfang der 60ziger Jahre bei der NVA viel verwendete SPW152 mit seinem Querträger an der hinteren Ausstiegstür war , wie von zahlreichen Reservisten überliefert ist, z.B. ein solcher "Tornisterkiller".


Auf den folgenden Fotos nun das Teil2 in seiner Ursprungsbauform nur passend zum Tornister und zum Vergleich gleich die größere Weiterentwicklung der Flächentarntasche zur eigenständigen Verwendung als Teil1 oder Teil2.

Auf dem Foto oben links zwei Taschen für den Tornister. Man erkennt sie sofort an den fehlenden Karabinern hinten und den 4 Verschlüssen auf der Frontseite. An unserem ganz links abgebildeten Exemplar wurden die unteren Verschlüsse entfernt, man sieht noch die kleinen Nahtlöcher. Die anderweitige Verwendung der durchaus praktischen kleinen Taschen nach der Ausmusterung des Tornisters in der Truppe ist vielfältig. Noch bis in die 80ziger Jahre waren sie für Werkzeug auf NVA/MdI/GT Fahrzeugen oder als interne Posttasche z.B. in Benutzung. 

Auf dem oberen Foto sieht man ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Taschen - die Mantelriemenschlaufen zur Befestigung der Decke. Die erste Bauform hat noch zwei auf jeder Seite, das Folgemodell nur noch eine. Gut zuerkennen auch die unterschiedlichen Tiefen der Taschen.

Auf dem Foto oben sieht man sehr gut, dass die weiterentwickelte Bauform nun mit den Karabinern an der Tasche und dem weiteren Ring auf dem Deckel, in der Nutzung der Taschen einen Quantensprung darstellen. Es war nun möglich beide Taschen schnell im "Tandem" zu nutzen, ein Tausch war auch sofort möglich und man konnte dank der Karabiner auf Improvisationen zur Befestigung an den Tragegestellen verzichten. 

Auf den Fotos hier nun weitere Details der Taschen. Sie wurden in den verwendeten Materialien analog der Veränderungen am Tornister weiterentwickelt. Auf dem Foto links die unterhalb der Teil2 Taschen der 1. Bauform für die Verbindung mit dem  Tornister befindlichen Schlaufen.


Größenvergleich der Teiletaschen Flächentarn/Strichtarn. Die hier zum Vergleich benutzten Taschen stammen von 1965 (Flächentarn-Stempel oben) und 1966 (Strichtarn-Stempel weiter unten).  Die deutlichen Abweichungen in der Breite, Höhe & Tiefe sind erkennbar nicht nur einfach mit vielleicht produktionsbedingten Toleranzen erklärbar. Sie müssen gewollt gewesen sein. 
Wir haben mehrere Taschen auch aus den 70ziger & 80ziger Jahren zum Vergleich benutzt- die Größe der Strichtarntaschen veränderte sich offensichtlich nicht mehr bis zum Ende der Produktion in der DDR.


Oben & unten weitere Detailfotos der 1966 neu eingeführten "Teile" Taschen , hier noch in Strichtarn Eins. Die neuen Strichtarn Taschen Teil1 (mit aufgeschnallter Tarnplane) und Teil2 (mit aufgeschnallter Wolldecke) waren nun in der Größe identisch und konnten somit ökonomischer eingesetzt und produziert werden.

Oben die älteste uns bekannte lesbare Stempelung auf einer Strichtarn Teil1 Tasche von 3-1966.

Diese Teile Tasche von 1980 (1-E)besitzt einen seltenen Stempel rechts oben im Bild. "MfNV" für Ministerium für Nationale Verteidigung anstelle der üblichen NVA bzw. MdI Stempel. Er ist uns bisher auch nur bei einer Tasche aufgefallen. Die Tasche besitzt auch Strichtarnmaterial innen, was bei anderen Taschen dieses Jahrganges nicht der Fall ist. Hier können wir nur spekulieren. Am wahrscheinlichsten wäre eine Auftragsserie des Ministeriums selbst für die 1976 vom MdI zum MfNV gewechselten Kräfte der Zivilverteidigung. Bekanntermaßen wurden die hauptamtlichen Mitarbeiter wie NVA Angehörige umgekleidet und trugen die bekannten Uniformen mit den purpurnen Ärmelstreifen. Dieser Personenkreis erhielt auch B/A wie ein NVA Offizier etc.
Hier nun Fotos der bereits oben erwähnten Teile Taschen mit einer ausstülpbaren Gummierung. Diese Bauform ist nur kurzzeitig an Taschen aus der Mitte der 70ziger Jahre feststellbar. Die  Vermutung, dass diese Teile nur für spezielle Verbände hergestellt wurden, liegt zwar nahe, ist aber bisher nicht belegbar. 
Praktisch war diese Bauform allemal, schützte sie den Inhalt der Taschen doch eindeutig besser vor Nässe als die Vorgängermodelle. Sicher waren ökonomische Gründe der Anlass für die Produktionseinstellung dieser Taschenbauform.


Diese Teil 1 Tasche ist wieder ein schöner Beleg dafür, dass in der DDR nichts verschwendet wurde. Es wurde Tarnstoff in Strichtarn 1 & 2 für die Seitenteile verwendet und noch Reste von Flächentarn für die Unterfütterung der angenähten Laschen.


Hier die fünf markantesten Formen der bei der NVA & dem MdI verwendeten Feldspaten. Ganz links die älteste Form mit festem Stiel. Daneben nun der bekannte Klappspaten in verschiedenen Tragetaschen. Die Ledertaschen gab es auch in braunem Leder beim MdI und den Kampfgruppen. Ganz rechts die letzte Version für den UTV. Bei diesem System wurde der Spaten nun mit dem Stiel nach oben am Koppel befestigt. 


Handschuhe
zur Felddienstuniform





Ab Mitte der 70ziger Jahre begann man bei der NVA mit der Einführung verschiedener Spezialbekleidungen und Ausrüstungen auch für kleinste Formationen um die Dienstbedingungen (Gesundheitsschutz) der Soldaten zu verbessern. Hierzu scheint auch dieser Anzug zu zählen. Anfangs dachten wir an eine Produktionsserie für den chem. Dienst bzw. wegen des Südwesters an die Volksmarine (wobei es ihn sicher dort auch gegeben haben kann), aber eine Sequenz des Manöver Propagandafilms "Waffenbrüderschaft 80" löste das Rätsel. Dort sind Brückenbaupioniere in diesem Anzug zu sehen.


Die beiden Fotos unten stammen vom NVA Fotoclub des Standortes Spremberg aus der ersten Hälfte der 70ziger Jahre. Sie zeigen Soldaten im Wachaufzug, links Sommer und rechts Winter. Interessant die Flächentarn Teil 2 Tasche sowohl zur Strichtarnuniform als auch zur olivfarbenen Version des FDA Winter. Leider nicht eindeutig  erkennbar, ob die aufgebundene Plane das Strichtarn oder Flächentarn Muster hat. Die Feldflasche ist aber erkennbar in Strichtarn.

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